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Eine Region zum Wohlfühlen
Wer im Urlaub Ruhe und norddeutsche Gemütlichkeit sucht, gerne mal auf Entdeckungstour geht und auf das Preis-/Leistungsverhältnis achtet, ist in der Stecknitz-Region an der richtigen Adresse. Die hügelige, grüne Landschaft am Elbe-Lübeck-Kanal bietet günstige Unterkünfte, vernünftige Preise auf den Speisenkarten und attraktive Ausflugsziele wie Ratzeburg, Mölln, die Hansestadt Lübeck und die Ostseestrände ganz in der Nähe.
Entlang des Kanals führt von Lübeck bis nach Lauenburg der frühere Treidelpfad, der zu einer sehr beliebten Strecke für (Rad-)Wanderer geworden ist. Unterwegs verlocken idyllische Dörfer mit reetgedeckten Katen, prächtige Herrenhäuser, ehrwürdige Kirchen und nette Gasthöfe eine Rast einzulegen. Und immer mehr Besucher, die einst nur für einen Tagesausflug hierher kamen, haben das gemütliche Fleckchen Erde im Kreis Herzogtum Lauenburg auch als Urlaubsziel für sich entdeckt.
Von der Stecknitz zum Elbe-Lübeck-Kanal
Am Ufer des Kanals sieht man nur noch die jüngsten Spuren der Entwicklung in dieser Region. Der Elbe-Lübeck-Kanal in seiner heutigen Form wurde im Jahr 1900 von Kaiser Wilhelm II. eröffnet. Sozusagen die ersten Spatenstiche für diesen Wasserlauf und die malerische hügelige Landschaft in seiner Umgebung hat aber schon die letzte Eiszeit vor 12 000 Jahren getan. Als sich die Gletscher durch die Erwärmung des Klimas mehr und mehr nach Norden zurückzogen, frästen gewaltige Steine und Geröllmassen tiefe Furchen in die Landschaft, in der sich dann Wasserläufe und Seen bildeten.
Im Gebiet der heutigen Stecknitz-Region entstand eine Senke, durch die ein kleines, windungsreiches Flüsschen, die Stecknitz, bis zur Lübecker Bucht verlief. Und südlich von Mölln floss das Wasser durch die Delvenau zur Elbe.
Durch einen Verbindungsgraben zwischen den beiden Flüssen entstand 1391 bis 1398 der Stecknitz-Kanal, der älteste künstliche Wasserweg Nordeuropas. Im Laufe der Jahrhunderte immer mehr begradigt und ausgebaut, wurde aus ihm schließlich der heutige Elbe-Lübeck-Kanal.
Auf den Spuren des weißen Goldes
An der Schleuse von Berkenthin steht die Groß-Skulptur "Kanalhering", die zum Symbol für die Stecknitz-Region geworden ist. Der Künstler Tim Adam aus Kählstorf hat dieses Denkmal geschaffen, um an die Zeit des Salzhandels zu erinnern. Die Geschichte des Kanals hängt eng mit der des Salzhandels zusammen. Salz war im Mittelalter ungeheuer wertvoll, wurde zeitweise sogar in Gold aufgewogen. Denn als es noch keine technische Kühlung und keine Chemie gab, nicht einmal Konservendose und Einweckglas, konnten Lebensmittel nur durch Salz haltbar gemacht werden.
Da es in den skandinavischen Ländern nur geringe Salzvorkommen gibt, in diesen Ostsee-Anrainer-Staaten aber die Fischerei eine große Rolle spielt, war der Bedarf an Salz zur Konservierung des Fangs besonders groß. Um fünf Fässer Heringe haltbar zu machen, brauchte man ein Fass Salz.
Ab Lübeck war es unproblematisch, all diese Länder über das Meer per Schiff mit Salz zu beliefern. Schwierig war der Landweg von Lüneburg nach Lübeck. Ochsenkarren brauchten für die rund 100 Kilometer auf der unbefestigten Strecke mehrere Wochen. Erst mit dem Bau des Stecknitz-Kanals konnte die wertvolle Fracht schneller und in größeren Mengen auf sogenannten Salz-Prähmen (einfachen Kähnen) nach Lübeck gebracht werden.
Rechts und links vom Kanal
Längst wird auf dem Kanal kein Salz mehr transportiert. Inzwischen verkehren hier große Binnen-Frachtschiffe und Tanker. Außerdem haben ihn Hobbyskipper für sich entdeckt. Im Sommer drängeln sich in den Schleusen Sportboote, Ruderer und Paddler. Der ehemalige Treidelpfad an seinem Ufer von dem aus einst die Salz-Prähme gezogen wurden führt von Lauenburg an der Elbe bis nach Lübeck. Heute ist er ein Eldorado für Radfahrer und Wanderer, die auf ihm diese herrliche, typisch norddeutsche Landschaft entdecken. Unterwegs verlocken überall kleine Dörfer mit idyllischen reetgedeckten Katen, eindrucksvollen Herrenhäusern, altehrwürdigen Kirchen und gemütlichen Gaststätten eine Rast einzulegen.
Die beiden größten Orte in der Stecknitz-Region sind Berkenthin und Krummesse (jeweils etwa 2.000 Einwohner). In Berkenthin sollte man sich die direkt am Kanal liegende, wunderschöne Maria-Magdalenen-Kirche ansehen, die vor rund 800 Jahren erbaut wurde. Vor ihr findet man noch Gräber der Stecknitz-Fahrer aus längst vergangenen Zeiten. Aber auch eine Besichtigung der Kirche lohnt sich wegen der beeindruckenden mittelalterlichen Wandmalereien. Für eine Attraktion ganz anderer Art hat ein Berkenthiner Tierarzt gesorgt: Auf seinen Koppeln sind Tiere aus vier Kontinenten zuhause, z. B. Kamele, Zebras, Lamas, Wasserbüffel, Bisons und Esel.
Kulturinteressierte werden sich den Besuch der Kirche von Krummesse mit ihren gotischen Wandmalereien nicht entgehen lassen. Dieses beeindruckende Gotteshaus wurde im 13. Jahrhundert erbaut und bildet mit dem benachbarten Pastorat ein malerisches Ensemble. Ein Kuriosum ist der Grenzverlauf zwischen dem Herzogtum Lauenburg und der Hansestadt Lübeck, der im unüberschaubaren Zickzack durch den Ort Krummesse führt. Schuld daran sind die Ritter von Crummesce, die nicht mit Geld umgehen konnten. Das kam den Lübeckern gerade recht. Nach und nach kauften sie den von chronischem Geldmangel geplagten Rittern Teile ihrer Ländereien ab. Ob dabei auch Glücksspiel und Trinkgelage eine Rolle spielten, lässt sich geschichtlich nicht belegen. Ganz abwegig ist es aber nicht, denn seit 1625 wird am Ortrand von Krummesse in einem Stadtgut von Lübeck Hochprozentiges hergestellt. In einer der ganz wenigen landwirtschaftlichen Brennereien Deutschlands veredelt man dort Korn
von der Aussaat bis zum Abfüllen in die Flasche.
Etwas abseits des Kanals liegt das Bilderbuch-Dörfchen Behlendorf. Auch hier gibt es wieder eine sehenswerte Kirche (erbaut um 1250) und sehr schöne reetgedeckte Häuser. Hauptanziehungspunkt ist aber der Behlendorfer See mit seinem Badestrand, an dem man sich kostenlos (und trotzdem DLRG-überwacht) tummeln kann.
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